Danke für den Fish!

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Die Motivation, die ich für eine Sache aufbringe, hängt bei mir immer ganz stark von dem Ziel ab, das ich damit erreichen möchte. Ist das Ziel eher unagenehm, wie etwa eine Prüfung, fällt es mir auch dementsprechend schwer, mich zum lernen zu motivieren. Steht am Ende der Anstrengung aber ein positives Ereignis, wie etwa die Aussicht auf einen schönen Wettkampf oder ein tolles Buch – dann, ja dann, habe ich mit der Motivation überhaupt keine Probleme.

Dementsprechend war meine Motivation der Arbeit gegenüber in letzter Zeit, sagen wir mal, gedämpft. Wenn der letzte Tag unaufhaltsam näher rückt und es nur noch darum geht, irgendetwas abzuarbeiten, wovon man das Ergebnis sowieso nicht mehr mitbekommt, ist es schwierig, dafür noch Elan und Eifer aufzuwenden, besonders, wenn man dafür am Tag auch noch zwei Stunden Fahrzeit opfert.

Man sieht, das Vokabular ist auf Leiden eingestellt – opfern, abarbeiten, aufwenden.

Leider schlug sich diese Stimmung auch auf meine allgemeine Laune nieder, der Elan fehlte auch in anderen Bereichen, gerade da, wo er notwendig gewesen wäre. Und genau dann, als ich merkte, so kann es nicht weitergehen (ich hatte da natürlich schlagkräftige Unterstützung durch die Tritte in meinem Allerwertesten), kam unser guter Freund Flo und gab mir ein Buch.


Fish!

Was soll ich bitteschön mit einem Motivationsbuch? Ich meine, also, ich, also, verstehen Sie? Aber na gut, dachte ich mir, lesen kann ja nicht schaden. Und wirklich, nach dem Lesen war ich ein wenig, wie sagt man: anmotiviert. Die Kernaussage lautet in etwa:
„Du musst nicht tun, was du liebst, um zu lieben, was du tust.“

http://esmeonplumisland.tumblr.com/post/59384906983

Okay, nach der ersten Verwirrung hier eine kleine Denkhilfe: Klar kann man sich ärgern, dass die Kirschen an Nachbars Baum roter sind, aber trotzdem sollte man seine eigenen Kirschen mit Sorgfalt pflücken, damit der Baum auch im nächsten Jahr Früchte trägt. Nicht klarer geworden?
Gut, also langsam: Wenn ich in meinem Job nicht zufrieden bin, fange ich an zu denken, dass irgendwo anders garantiert ein viel besserer Job auf mich wartet, bei dem ich all das endlich verwirklichen kann, was ich möchte. Der alle meine Interessen vereint.
Das wäre in der Kernaussage der Teil mit „tun, was man liebt“.

Bin ich aber mit den Gedanken schon beim nächsten Job, an den ich eventuell auch viel zu viele Erwartungen knüpfe, kann ich meine vor mir liegende Arbeit nicht motiviert und gründlich erledigen. Die Deutschen sagen dazu: Dienst nach Vorschrift.
Viel besser ist es stattdessen, sich auf das zu konzentrieren, was gerade ansteht. Mit 100% dabei zu sein. „Zu lieben, was man tut“. Dann kann ich Befriedigung darin finden, etwas zu schaffen, bin frei für neue Ideen und kann mit meiner Arbeit etwas bewirken.

So weit, so logisch. Der Gedanke war schon bei mir angekommen, allein, die Umsetzung, die wollte nicht klappen. Da kam wieder Flo ins Spiel. Ich sagte zu ihm: „Du, das ist ja alles Klasse, was da drin steht, aber ich kann ja mit meiner derzeitigen Arbeit nichts mehr bewirken, ich bin da nur noch zwei Monate. Ich habe keine Prozesse mehr die ich optimieren kann oder Strukturen, die ich verändern muss. Insofern bringt mir das nichts.“
Da hat Flo mir die Kernaussage noch einmal übersetzt: „Doch, das passt auf dich genauso. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst da hoch erhobenen Hauptes raus und gibst bis zum Schluss 100%. Oder du nimmst dich raus und meldest dich bis zum Ende krank. Du musst dich entscheiden.“

Da hab dann auch ich es begriffen. Meine Einstellung entscheidet, nicht das Ziel am Ende.
Gut gemacht, Flo. Danke für den Fish!

Autor: Kitty

Büchermachender Bücherwurm mit feministischen Tendenzen und einer dunklen Vergangenheit im Bildungswesen. Kommuniziert viel, gerne und macht das irgendwie auch beruflich.

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