Das 100-Tage-Experiment

Letztens bin ich auf einen Artikel gestoßen, der die psychologischen und körperlichen Ursachen dafür beschreibt, warum wir Gewohnheiten, ob gute oder schlechte, so schwer ablegen können.
Der Körper und auch die Psyche brauchen einen Zeitraum von mindestens 60 Tagen, um sich auf veränderte Bedingungen einzustellen, erst danach beginnt eine Phase der Bestätigung, die dazu führt, dass man am Ball bleibt.
Um sein Leben zu verändern, auch in kleinen Dingen, braucht es nach Ansicht der Autorin 100 Tage, danach ist die neue Gewohnheit gefestigt.

Ich finde diesen Ansatz sehr interessant und vor allem plausibel. Meistens hält man ja nicht einmal zwei Wochen durch, wenn man sich mal vornimmt, gesünder zu leben oder etwas Ungesundes wegzulassen. Das Schwierigste ist ja wirklich die tägliche Ãœberwindung, Altbekanntes loszulassen und sich zu überzeugen, dass die Bequemlichkeit von früher nicht wirklich besser war.

Aus diesem Grund fange ich heute, nicht am Montag oder am 1. des nächsten Monats oder an sonstwie bedeutungsschwangeren Tagen, damit an. Ab jetzt zählen die 100 Tage.

Was will ich also tun?

Natürlich ist es utopisch sich vorzunehmen „Ich mache jetzt jeden Tag 1 Stunde Sport und esse nichts mehr und in 100 Tagen bin ich ein Model!“. Sollte eigentlich jedem klar sein. Nein, es muss natürlich realistisch sein, machbar.

Was ist machbar für mich?

Heute Morgen klingelte mein Wecker 30 Minuten früher als sonst, obwohl ich gestern extrem spät ins Bett gegangen bin (das Fit-durch-weniger-Schlaf-Paradoxon). Nach nur 2-mal Snooze drücken anstatt der üblicherweise 5-mal lag ich dann punkt halb sieben auf der Yogamatte. Das Fenster war auf, die Morgenluft kroch herein, ich machte 12 Sonnengrüße und fühlte mich mit jedem Mal wacher und beweglicher. Kein Kopfstand, keine Verrenkungen, kein stundenlanges Programm. Einfach den Tag begrüßen und aufwachen.

Das ist machbar.

Mein 100-Tage-Plan sieht also erst einmal vor, jeden Morgen mit dem Sonnengruß zu starten, mehr nicht. Ob noch mehr Yoga dazukommt, das müssen dann meine umprogrammierten Zellen entscheiden.

Autor: Kitty

Büchermachender Bücherwurm mit feministischen Tendenzen und einer dunklen Vergangenheit im Bildungswesen. Kommuniziert viel, gerne und macht das irgendwie auch beruflich.

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