Waterman-Fueller

15. April 2017
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Blau auf Weiß – Eine Liebeserklärung an den Füller

Es mag seltsam anmuten in diesen digitalen Zeiten, eine Liebeserklärung an einen Füller zu schreiben. An ein Schreibgerät, dass für viele nur noch eine Erinnerung an die Zeiten ist, als man noch Noten auf seine Handschrift erhielt und es kaum abwarten konnte, bis man endlich, endlich! mit Kugelschreiber schreiben durfte – der laut einhelliger Meinung sowohl von Eltern als auch von Lehrern bei zu früher Nutzung das Schriftbild für immer versaue. Auch ich bin diesem Reiz des Verbotenen erlegen und freute mich über jeden Kugelschreiber, dessen ich habhaft werden konnte. Doch bald schon merkte ich, dass nichts an das Schreibgefühl eines Füllers herankam, dass zwar für simple Notizen oder eine schnelle Einkaufsliste der Kuli seinen Dienst erfüllt, dass aber für alles Schriftliche, was länger als einen Tag Bestand haben soll, der Füller ein viel angenehmeres Schriftbild und Schreiben ermöglicht.
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9. April 2017
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Die Yogastunde

Der Wecker klingelt. Rumdrehen. Spontan den Plan für Frühsport umschmeissen, mal wieder, noch etwas liegen bleiben. So müde. Sport kommt eh heute Abend. Dösen, denken, wegdriften. Endlich aufstehen, das Gedankenkarussell fängt an sich zu drehen, erstmal an den Schreibtisch, Rechnungen schreiben, Überweisungen machen. Das Handy erinnert mich an die Meditation – keine Zeit, duschen, anziehen, fertigmachen. Aus dem Haus hetzen, schon wieder so spät, schnell noch ein Brötchen auf die Hand, Frühstück vorbereiten ist gestern wieder flach gefallen.

In der Tram Podcast hören, Selbsoptimierung, natürlich, der Lifecoach erzählt von Zielen im Leben. Schön wärs.

Am Schreibtisch, Rechner an, Kaffee holen, los geht‘s, oder auch nicht, erstmal noch den Artikel auf dem Handy fertig lesen, dann Mails bearbeiten, Dinge freigeben, Leuten absagen, Leuten zusagen. Noch ein Kaffee. Lachen mit der besten Kollegin der Welt, sich vor der großen Tagesaufgabe drücken, noch ein Kaffee. Dann endlich, Oh Gott schon elf?, das Projekt weitermachen.

Schon Mittagessen, danach Kaffee, vielleicht doch einmal ein Wasser zwischendurch? Der Nachmittag verfliegt, das Projekt geht voran, oh, in einer halben Stunde kommt die Post, schnell noch Pakete fertig machen. Die Zeit rast, schnell schnell, noch die offenen Aufgaben abschließen, Wettlauf gegen die Uhr, die Uhr gewinnt. Zur Sbahn hetzen, das wird wieder eine Punktlandung. Die Treppe runter, zur Ubahn, gerade fährt sie ein, rein, Tür zu. Im Laufschritt ins Studio, umziehen, als letzte noch in den Raum schlüpfen. Matte ausrollen. Einatmen. Ausatmen.

Einatmen.
Ausatmen.
Om.
Om.
Om.

Der Atem fließt. Die Muskeln werden warm. Einatmen. Arme hoch, Arme senken. Ausatmen. Nach vorne beugen, dehnen. Den Körper drehen, nach links, nach rechts. Einatmen, die Beine heben, das Blut fließt in den Kopf, ausatmen, die Beine senken. Sich Wirbel für Wirbel aufrichten, Kraft im Rücken sammeln, sich strecken, wieder auf den Rücken legen. Jeden Muskel anspannen, jeden Muskel entspannen. Tief einatmen. Tief ausatmen. Mein ganzer Körper ist entspannt. Ich bin entspannt.

Sanft wieder in der Wirklichkeit ankommen. Die Matte zusammenrollen. In aller Ruhe umziehen, om, schönen Abend noch. Ich trete auf die Straße und gehe nach Hause. Nein. Ich schwebe nach Hause. Die Entspannung trägt mich. Zumindest für diesen einen Abend.

13. März 2017
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Ich arbeite in der Buchbranche, ich lese nicht

Es mag verrückt klingen, aber immer wieder habe ich dieses Gefühl: Ich komme nicht zum Lesen. Für jemanden, der in der Buchbranche arbeitet, natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Immerhin erscheinen  allein in dem Verlag, in dem ich das Glück habe zu arbeiten, jeden Monat (!) 5-7 neue Titel. Auch in anderen Verlagen unseres Hauses kommen viele tolle und spannende Bücher heraus. Die werden in unserem In-House-Buchladen so toll präsentiert und machen jedes Mal Lust, das Gehalt gleich an Ort und Stelle für neuen Lesestoff auszugeben. Und dann gibt es ja noch die vielen vielen anderen tollen Verlage, die großartige Bücher auf den Markt bringen, so dass man eigentlich gar nicht weiß, wo man anfangen soll mit Lesen. Weiterlesen →

Erfolgsfaktor Schlaf

6. März 2017 nach Kitty | Keine Kommentare

Nach drei Tagen, in denen ich mehr geschlafen als irgend etwas anders gemacht habe, kommt mir dieses Video wieder in den Sinn:

Mal sehen, wie erfolgreich ich morgen in die Arbeitswoche starte.

One Pot Pasta

6. Februar 2017
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Von Zeitfressern und der One Pot Pasta

Seit 4 Wochen sind wir nun wieder im Lande, und man könnte meinen, so langsam geht wieder alles seinen gewohnten Gang. Wir arbeiten wieder, nehmen wieder Termine wahr, die Buchhaltung steht wieder an, und wir waschen statt Ladungen voller Urlaubswäsche wieder nur das, was unter der Woche angefallen ist. Weiterlesen →

Torres del Paine / Paine Grande

23. Januar 2017
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Wenn einer eine Reise tut …

… dann kann er was erzählen. Tatschlich weiß ich gar nicht so genau, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll. Bei der faszinierenden Einsicht, dass man sich wirklich auf den ersten Blick in eine Stadt verlieben kann – und die nächste dafür umso mehr verabscheut? Oder bei der unglaublichen inneren Ruhe, die der Blick auf die Berge in Patagonien bietet? Oder vielleicht doch bei dem wahnsinnigen Moment, wenn man mitten im Nirgendwo einer 10.000m² großen Salzwüste steht?

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Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.

4. November 2016
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Hamburg, Sekt und Selbsterkenntnis

Ich sitze in Hamburg in meinem Hotelzimmer, noch ganz beseelt von einer tollen Lesung, und sinniere vor mich hin. Es gab Sekt und Häppchen, wie es sich für eine ordentliche Buchpremiere so gehört, alle waren freudig entspannt, und gemeinsam stießen wir darauf an, dass das Buch seit dieser Woche auf der Spiegel-Bestsellerliste steht.

Es ist nicht der erste Sekt diese Woche, auch in der Arbeit hatten wir schon einen Grund zum anstoßen gefunden. Als wir schon einmal dabei waren, packte jede der Kolleginen noch einen weiteren Grund drauf. Für mich war es, dass sich mein erster Arbeitstag bei Random House jährte – ein Jahr schon, erst C.Bertelsmann und nun seit September Penguin. Ich könnte glücklicher nicht sein, was dieses eine Jahr alles mit sich gebracht hat. Weiterlesen →

14. August 2016
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Durchatmen und Abschalten

Ich beginne wirklich, die Berge zu lieben. Also nicht nur zum Angucken, sondern auch zum sich darin Bewegen. Und wie es der Zufall so wollte, verschlug es uns über das lange Wochenende (Bayern hat mal wieder einen Feiertag) nach Kirchberg in Tirol. 

Das Wetter meinte es mehr als gut mit uns, wie man an dem Blick vom Filzerhof ins Tal sehen kann. Und der heutige Weg hinauf auf den Gaisberg belohnte uns sogar mit freier Sicht auf das Kitzbüheler Horn und den Wilden Kaiser. 

In letzter Zeit war alles etwas hektisch, viele Neuigkeiten waren zu verdauen, gute wie auch schlechte. Da passte es ganz gut, dass ich auf der Jahresversammlung der jungen Verlagsmenschen einen Workshop bei Frank Berzbach genießen durfte, der mich an das bereits seit längerem bei mir herum liegende Buch von ihm erinnerte. Darin zitiert er den Verhaltenstherapeut Andreas Knuf:

Stress bedeutet, dass wir am einem anderen Ort sein möchten, als da, wo wir uns gerade befinden. 

Es dauert keine Stunde nach meiner Ankunft, da war der Stress der letzten Tage weg. Ich war komplett hier. Der Blick auf die majestätischen Berge, die klare Luft, die Ruhe – ich war da, allein nur weil ich anwesend war. Samstag dann die erste kleine Tour, Mittagessen auf dem Filzerhof. Nur ich und der Aufstieg, die Sonne und die Aussicht. Und von Stress war keine Spur mehr.

Heute waren wir dann zusammen unterwegs. Der Gaisberg sollte es sein. Völlig unbedarft gingen wir den Schildern folgend den Weg entlang, der schon nach der zweiten Kurve in den kühlen und schattigen Wald führte. Und auf einmal maximale Steigung hatte. 

Man erinnert sich in solchen Situationen unwillkürlich an Weisheiten aus der Kindheit. Von Beppo dem Straßenkehrer beispielsweise. Ein Schritt nach dem nächsten. Und der nächste, und der nächste, bis die Straße zu Ende ist. Also setzten wir Fuß vor Fuß, bis wir oben waren. Wir wurden belohnt. 

Stolz, nach oben gekommen zu sein, durchgehalten zu haben. Glücklich über das toller Wetter. Überwältigt von der Aussicht. Ganz im Moment. Und ich beginne, die Berge zu lieben.