Warum man heute Abend fern sehen sollte

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Frau Riemann ist ja im Moment eine viel diskutierte Person. Wie man in den Blogpost-Kommentaren bei Herrn Niggemeier nachlesen kann, teilt sich die Leserschaft, nein, ganz Deutschland, in zwei Lager: Hinnerk Baumann ist unsensibel und blöd vs. Frau Riemann ist divenhaft, zickig und unwillens, ihren Job zu erledigen.

Seltsamerweise fußt die eine wie die andere Einstellung, wie man zwischen den Zeilen lesen kann, auf diesem Zusammenschnitt des Interviews, nicht auf der Gesamtheit des Interviews (fraglich ist, ob sich die meisten, die sich über das Thema auslassen, überhaupt den Zusammenschnitt gesehen haben).

Ich selbst schätze Frau Riemann als Schauspielerin, was ja zuallererst ihr Beruf ist. Ich schätze einige Schauspieler, die im wahren Leben umstritten sind, aber das kann man auch von manchen Firmen-Chefs und Schriftstellern sagen. Für mich als Konsument geht es um das „Produkt“, die „Ware“, die ich von dieser Person erhalte, und das sind bei Katja Riemann nunmal ihre Filme, nicht ihre Interviews, die Sie eine halbe Stunde gibt, nachdem sie vom Tod einer Freundin erfahren hat.

Am vergangenen Samstag zeigte arte in Vorpremiere den Film „Verratene Freunde“ mit Frau Riemann in einer Hauptrolle. Und hier zeigt sie, was sie am besten kann: ihr schaupielerisches Können. Zusammen mit Heino Ferch, Matthias Brandt und Barbara Auer wird in diesem kammerspielartigen Spiel klar, dass der deutsche Film immer noch etwas zu bieten hat. Und dafür schätze ich vor allem auch Frau Riemann, egal wie sie sich auf dem roten Sofa verhält. Deswegen eine klare Empfehlung, sich heute um 20:15 Uhr im Ersten selbst ein Bild davon zu machen.

Autor: Kitty

Büchermachender Bücherwurm mit feministischen Tendenzen und einer dunklen Vergangenheit im Bildungswesen. Kommuniziert viel, gerne und macht das irgendwie auch beruflich.

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